
Deepwater Horizon ist mein Reizthema des Monats. Es ist erschreckend was hier passiert und mit welch unverantwortlicher Vorgehensweise die Betreibergesellschaft Transocean und deren Auftraggeber BP vorgeht. Seit dem 20. April tritt aus dem Bohrloch Rohöl aus und ein Ende ist nicht in Sicht. Am gestrigen Tag soll die Menge des ausgetretenen Öls wahrscheinlich den Umfang des 1989 in Alaska gesunkenen Tankers Exxon Valdez überschritten haben.
Anscheinend hat man nichts gelernt, denn einen Notfallplan gibt es nicht. Diese waren früher einmal vorgeschrieben, heute aber nicht mehr. Für jeden Humbug gibt es Notfallpläne, Vorschriften und sonstige Sicherheitsanforderungen, für den Betrieb einer Ölplattform im Golf von Mexiko jedoch nicht. Welche katastrophalen Ausmaße dieser Unfall noch haben wird, ist momentan noch ungewiss. Das liegt vor allem daran, dass jeder Versuch den Ölausfluss zu stoppen danebenging. BP stellt freundlicherweise einen Livestream zur Verfügung, der von einem oder mehreren ROV (remotely operated vehicles) gesendet wird. Beruhigen kann das was man dort sieht jedoch auf keinen Fall. Allerdings ist der Stream momentan die einzige Aktion, die wirklich einigermaßen funktioniert und somit der einzige Erfolg, den BP & Co. bei der Katastrophenbekämpfung vorweisen kann.
Gespannt darf man sein, wer den ganzen Schaden und die noch entstehenden Folgekosten bezahlen wird. Meiner Meinung nach sollte das uneingeschränkt BP und die beteiligten Firmen übernehmen. Aber wahrscheinlicher ist, dass nach jahrelangen Gerichtsverfahren BP nur ein Bruchteil der Kosten zu übernehmen hat und sich die Aktionäre weiterhin die dicken Dividenden einschieben, während Umwelt, Tiere und die Weltbevölkerung die leidtragenden sind.
Satire-Foto: Macadelic.de


29. Mai 2010
#life, Gedanken